7. November 2017

Antwort des BUND auf die Fragen der Bürgerinitiative "Gegenwind Länge"

Sehr geehrter Herr Joss,


nach der Veröffentlichung des BUND Standpunkts zum Windpark Länge im Schwarzwälder Boten (13.10.2017) hatten Sie uns schriftlich einige Fragen gestellt und um deren Beantwortung gebeten. Dem Wunsch kommen wir selbstverständlich nach, möchten allerdings darauf hinweisen, dass es sich bei dem von Ihnen zitierten Artikel nicht um unsere Stellungnahme handelt. Unsere Stellungnahme haben wir diesem Schreiben angehängt. Nun zu ihren Fragen:


  1. Der Standort auf der Länge sei artenschutzrechtlich sehr unproblematisch und bilde wenig Konfliktpotenzial.
    Mit dieser Aussage greifen Sie der noch hängigen Erörterung unserer Widersprüche, Einsprachen und Landtagspetitionen durch das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, das Regierungspräsidium in Freiburg und den Petitions-Ausschuss in Landrat Stuttgart bezüglich u.a. Rotmilan-Dichtezentrum, Wasserschutzgebiet, Windhöffigkeit und Waldrodung vor. Wir bitten Sie um detaillierte Auskunft, welche Ihnen vorliegenden Unterlagen Sie zu dieser Aussage befähigen.


Der BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg hält den Standort auf der Länge für „eher unproblematisch“ (nicht für „sehr unproblematisch“, wie von Frau Naiemi geschrieben), verglichen mit anderen Standorten wie beispielsweise Langenburg, wo der BUND Landesverband aktuell klagt, weil dort ein hohes artenschutzrechtliches Konfliktpotenzial vorliegt.

Wir begleiten den Planungsprozess in Donaueschingen bereits seit Beginn und haben zusammen mit LNV und NABU bereits zwei Stellungnahmen zum Verfahren abgegeben. Dem Vorhaben gegenüber haben wir keine schwerwiegenden Einwände, die einer Umsetzung entgegen stehen würden. Zu dieser Aussage befähigen uns die Erkenntnisse der durchgeführten UVP (Korrektur vom 13.11.2017: Bei den uns vorliegenden Unterlagen handelt es sich nicht um die UVP, sondern um die UVS "Windpark Länge-Ettenberg". Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.) sowie eigene Gebietskenntnisse und -einschätzungen. So wurde eine Gefährdung der Schutzzone III des WasserschutzgebietsWSG Köhre-Allmend Bl“ und des Schutzguts Wasser durch die Windkraftanlagen als gering eingestuft: „Durch den Waldverlust von 12,7 ha, verteilt auf den Untersuchungsraum ist nicht mit einer Veränderung der Regulationsfunktion des Grundwassers in Bezug auf die Neubildungsrate hinsichtlich Speicher- und Pufferleistungen zu rechnen. An den direkten Umwandlungsflächen sind kleinflächige Veränderungen denkbar, jedoch ist hierdurch nicht mit einer Veränderung des Landschaftswasserhaushaltes im Untersuchungsraum zu rechnen. Eine Beeinträchtigung durch die Veränderung des Grundwasserkörpers bzw. -leiters ist nicht zu erwarten. Unter Berücksichtigung und Sicherstellung des fach- und sachgerechten Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen, ist die Empfindlichkeit im Schutzgut Wasser als gering einzustufen.“

Die Windhöffigkeit wurde im Vorfeld während einer 1-jährigen Windmessung mittels LIDAR-Windmessgerät vor Ort gemessen. Der Investorenfirmen haben darauf basierend eine Rentabilität des Standorts errechnet. Dies ist Angelegenheit der Investoren. Bei einer Gewerbeansiedlung prüft schließlich auch niemand, ob der Betrieb wirtschaftlich produzieren wird.

Bei den Wäldern im Planungsraum handelt es sich um einen vollständig forstwirtschaftlich als Wirtschaftswald / Produktionswald genutzten Wald. Die gelegentliche Waldrodung und Nutzung dieser Waldflächen ist deshalb systemimmanent. Dauerhaft entfallende Waldflächen werden an anderer Stelle ausgeglichen.

Bei der Beurteilung der Rotmilanvorkommen und deren Gefährdung schätzen wir die fachkundigen Aussagen der Gutachter im Planungsprozess als verlässlich ein: „Die Horststandorte befinden sich außerhalb der Eingriffsflächen und werden durch die Waldrodungen nicht beeinträchtigt.“ An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Einschätzung eines Raumes als Rotmilan-Dichtezentrum Windkraftanlagen nicht ausschließt. Erlauben Sie uns außerdem diese Anmerkung: Es kommt nicht darauf an, ob man irgendwo eine (Vogel)art sichtet, um dort keine Windkraftanlage zu errichten. Dann dürfte nirgendwo auf der Welt eine solche Anlage gebaut werden. Vielmehr ist entscheidend, ob es eine signifikant erhöhte Gefährdung der jeweiligen Art durch Errichtung einer Windkraftanlage an eben diesem Standort gibt. Und da ist es wiederum wichtig zu untersuchen, wo die jeweilige Art ihren Brutplatz hat und wie sie den Raum im Umfeld nutzt, insbesondere was die Suche nach Nahrung anbelangt. Der Rotmilan fliegt fast ausschließlich über das Offenland auf Nahrungssuche überwiegend im Gleitflug und vermeidet geschlossene Waldflächen weitgehend. Die von Ihnen nachgemeldeten Horststandorte wurden durch fachkundige Gutachter nicht bestätigt. Deshalb gilt für uns weiterhin, dass der Rotmilanbestand im Umfeld durch die Planung und auch den Ausgleich nach bisherigem Kenntnisstand nicht erheblich gefährdet ist. Sollten im Laufe des Verfahrens neue Erkenntnisse dazu führen, dass für einzelne Anlagen eine erhöhte Gefährdung von Vogelarten festgestellt wurde, dann müssen möglicherweise einzelne Anlagen gestrichen werden, um die geltenden Abstandsregelungen einzuhalten. Der Standort auf der Länge im Ganzen steht für uns jedoch nicht zu Debatte.

Außerdem möchten wir an dieser Stelle auf die vielfältigen Gefahren für Vögel im Allgemeinen und große Raubvögel im Speziellen hinweisen. So töten Freileitungen, Glasscheiben, Katzen und der Schienen- und Autoverkehr sowie das zurückgehende Nahrungsangebot (Stichwort Insektensterben) und verschwindende Habitatflächen durch Straßen- und Siedlungbau unverhältnismäßig mehr Vögel als Windkraftanlagen (sehen Sie hierzu auch unsere Stellungnahme im Anhang). Wir vermissen Ihr Engagement in diesen Bereichen, die in puncto Natur- und Artenschutz viel mehr bewirken könnte als Ihr Einsatz gegen Windkraftanlagen.

Darüber hinaus wurde für beide Windparkgebiete das „Quartierpotenzial für Fledermäuse als gering eingestuft. Essentielle Nahrungsflächen sind von dem Vorhaben nicht betroffen.“

Dass ein Bauvorhaben mit Eingriffen in den Naturhaushalt einhergeht, ist inhärent, jedoch überwiegen unserer Ansicht nach in diesem Fall die positiven Effekte. Dass jeder Eingriff in die Natur auch auszugleichen ist, ist Teil des Selbstverständnisses des BUND und hier begleiten wir den Planungsprozess zusammen mit LNV und NABU auch kritisch, um den bestmöglichen Ausgleich für Natur und Umwelt zu erreichen.


  1. Aus Sicht des BUND werde das Thema Windkraftanlagen missbraucht. Man erlebe die Diskussion vonseiten der Bürgerinitiativen als begrenzt und festgefahren. Das und und die aktuell immer wieder aufflammende, "oft die sachliche Ebene verlassende Diskussion" seien der Anlass für die jetzige Stellungnahme.
    Wir erwarten sachliche und für die Öffentlichkeit nachvollziehbare Beispiele, wo und wie Sie unsere Diskussionsbeiträge (während Veranstaltungen, auf der Homepage) als begrenzt und festgefahren erleben, wie auch Beispiele, wo wir als Bürgerinitiative und/oder als einzelne Vertreter derselben die sachliche Ebene verlassen haben. 

  2. Das Thema Artenschutz werde nicht zu Ende gedacht. Das sei eine Erfahrung des BUND. "Man muss die Verantwortung für die Region übernehmen, statt alles dorthin zu verlagern, wo man es nicht mehr sieht", sprach Katharina Baudis eine weitere Argumentation der Windkraftanlagen-Gegner an, welche darauf abzielt, Windkraftanlagen komplett an die Nordsee zu verlagern und dort zu belassen.
    Bitte teilen Sie uns mit, wo und wann wir dafür plädiert haben, Windkraftanlagen statt hier bei uns im Norden anzusiedeln. Und erklären Sie uns den Zusammenhang zwischen zu Ende gedachtem Artenschutz und Verlagerung in den Norden.

Immer wieder werden grundsätzliche Einwände gegen Windkraftanlagen mit naturschutzfachlichen Argumenten begründet. Eine der größten Bedrohungen für unsere Natur und ihre Artenvielfalt ist der Klimawandel, deshalb ist Klimaschutz auch Artenschutz. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, müssen wir sofortige und weitreichende Anstrengungen unternehmen, um den Ausstoß von CO₂ zu senken. Hierfür sind Anstrengungen in den Bereichen Energieeinsparung, Energieeffizienz und nachhaltige Energieerzeugung notwendig.

Für uns sind Naturschutz und Windkraft sehr wohl vereinbar. Bei dieser ganzen Diskussion darf auch nicht vergessen werden, dass die Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt durch unsere bestehende Stromerzeugung durch Kernkraft, Stein- und Braunkohle weit größere negative Auswirkungen hat, als die Windkraft. Diese werden jedoch in andere Regionen, Länder und Kontinente ausgelagert. In diesem Zusammenhang steht auch unsere Aussage von ihrem Punkt 3.

In der Tat erleben wir die Argumentation der Windkraftgegner als sehr einseitig. Windkraftanlagen werden abgelehnt, doch es werden auch keine validen Alternativen zur Umsetzung der dringend notwendigen Energiewende aufgezeigt. Deutschland wird seine Klimaschutzziele für das Jahr 2020 krachend verfehlen. Wenn die Energiewende nicht endlich an Fahrt aufnimmt, können selbst wir, als oft beschworene Vorreiter-Nation, unsere Zusagen im Klimavertrag nicht einhalten. Mit der Windkraft haben wir jedoch schon heute eine Technologie an der Hand, die zu einer zukunftsfähigen klimafreundlichen Stromversorgung in Deutschland beiträgt. Wenn in Zukunft verbesserte Technologien in diesem Feld entwickelt werden, dann werden wir diese auch unterstützen, doch darauf können wir nicht warten. Und das ist auch kein „blinder Aktionismus“ sondern das gebietet die Vernunft. Wir müssen als Gesellschaft jede Anstrengung unternehmen, um den Klimawandel aufzuhalten und können es uns deshalb nicht leisten auf etablierte Technologien, wie die Windkraft zu verzichten. Wir unterstützen jedoch ausdrücklich die Forderung nach mehr Forschungsanstrengungen im Bereich der Erzeugung und Speicherung von Energie.

Gerade auch im Bezug auf Infraschall vermissen wir die objektive Auseinandersetzung mit den Fakten. Wir bezweifeln nicht, dass Infraschall von Windkraftanlagen emittiert wird. Bei der Berücksichtigung der Abstandsregelungen sind objektive Beeinträchtigungen für den Menschen jedoch ausgeschlossen. Die üblicherweise angeführten Artikel und Studien zu dem Thema, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Menschen durch Infraschall unterstützen sollen, werden wissenschaftlichen Ansprüchen meist nicht gerecht. Auch die Schlussfolgerungen, die aus diesen Studien gezogen werden, sind oft so nicht möglich. Dieser selektive Umgang mit der Faktenlage erweckt bei uns zunehmend den Eindruck, dass hier mit allen Mitteln Argumente gegen den Ausbau der Windkraft gesucht werden. So vermissen wir auch in Sachen Schall und Infraschallemissionen Ihren Einsatz gegen andere Emissionsquellen in der Region wie den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr.


  1. Weiter sprach Baudis Argumentationen an, wie den Infraschall, der im Vergleich zu echten Lärmbelästigungen durch Einflugschneisen und andere natürliche Umgebungsgeräusche, bei Weitem nicht solche Auswirkungen habe.
    Wir bitten Sie um Zustellung von wissenschaftlich nachprüfbaren Untersuchungen, welche diese Aussage belegen. Die Beweise für Ihre Aussagen müssen dabei im mindestens diejenigen der  KIT-Studie zu Bodenschwingungen, Infra- und tieffrequenter Schall für Anwohner von WEA durch hohe Lärmpegel im Haus sowie diejenige der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe welche auf Basis einer zwölfjährigen, jetzt abgeschlossenen Langzeitstudie zu dem Ergebnis kommt, „dass die Schallemission moderner und großer Windkraftanlagen mit Leistungen von mehr als 500 kW Reichweiten von über 20 km hat. Diese Entfernung steigt im Falle von Windparks auf ein Vielfaches. (Zitat aus der BGR-Seite "über uns": "Der Planet Erde ist unsere Lebensgrundlage – seine Ressourcen sind begrenzt.")

  2. Es seien zweifelhafte Argumente, die von den Windkraftradgegnern so gerne angenommen würden.
    Bitte nennen Sie uns auch Beweise, wo wir zweifelhafte Argumente in den Referaten während unserer Veranstaltungen und in unserer Homepage, inklusive aller dort verwendeten Links verwenden. Wir erwarten nicht nur die Nennung dieser aus Ihrer Sicht zweifelhaften Argumente, sondern auch Ihre beweisführende Widerlegung derselben.


Zu den von Ihnen genannten Studien möchten wir außerdem Folgendes feststellen:

Die Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (von ihnen als KIT-Studie bezeichnet) basiert auf einer numerischen Modellierung von Mikroseismik- und Infraschall-Geräuschen, die von einer Windkraftanlage ausgestrahlt werden. Es handelt sich also nicht um reale Messergebnisse, sondern lediglich um rechnerisch modellierte Annahmen, die nicht 1:1 auf die reale Welt übertragen werden können. Darauf wird in dem Artikel auch hingewiesen. So wird zum Beispiel das Grundgestein, wie auch die Bodenschicht in dem Modell als „lineares elastisches Material“ definiert, was der Realität offensichtlich nicht gerecht werden kann. So wurden beispielsweise nicht verschiedene Gesteinsarten berücksichtigt oder die Einflüsse von Vegetation oder wasserführenden Schichten. Nichtsdestotrotz zweifeln wir die modellierten Ergebnisse der Studie nicht an, auch wenn die Bestätigung der Ergebnisse am realen Objekt noch aussteht. Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass laut dieser Studie die Vibrationen einer Windkraftanlage lediglich bis zu einem Abstand von 500 m überhaupt von Menschen wahrnehmbar und auch dann nur von ca. 15 % der Bevölkerung als störend empfunden werden.

Weiterhin hat die Studie lediglich bis zu einem Abstand von 500 m eine signifikante Beeinflussung des Geräuschpegels in einem Raum durch Vibrationen ergeben. Für weitere Abstände war dies bereits nicht mehr der Fall. Wir sehen in dieser Studie daher eine Bestätigung für die geltenden Abstandsregelungen von Windkraftanlagen von Wohnbebauungen in Baden-Württemberg (700 m), die auf der Länge auch großzügig eingehalten wird.

Im Zusammenhang mit der weiteren von Ihnen angegebenen Studie zeigt sich die immer wieder verzerrte oder schlicht falsche Darstellung auf Ihrer Homepage, wo sie schreiben : „Zum Infraschall von Windenergieanlagen kommt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf Basis einer zwölfjährigen, jetzt abgeschlossenen Langzeitstudie zu dem Ergebnis, „dass die Schall-emission moderner und großer Windkraftanlagen mit Leistungen von mehr als 500 kW Reichweiten von über 20 km hat. Diese Entfernung steigt im Falle von Windparks auf ein Vielfaches.“

Das ist falsch. „Schall-Emissionen […]“ von Windkraftanlagen haben keine Reichweiten von über 20 km, wie sie es an dieser Stelle behaupten. Es ist richtig, dass - für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbare - Infraschallwellen noch bis zu 20 km vom Entstehungsorts entfernt mit feinen Messgeräten messbar sind. So steht es in der von Ihnen angegebenen Studie. Dies ist aber nur im Zusammenhang mit seismischen Messstationen im Umkreis der Windkraftanlagen überhaupt relevant (siehe erster Satz der Zusammenfassung des Berichts: „Im Anbetracht einer stetig wachsenden Anzahl von Windkraftanlagen und Windparks wird deren akustische Lärmemission im von Menschen nicht hörbaren Infraschallbereich für hochempfindliche Messanlagen zur Registrierung der Mikrodruckvariationen ein zunehmendes Problem.“). Die Übertragung dieser Ergebnisse für Messanlagen auf die menschliche Wahrnehmung und die Behauptung einer negativen Beeinflussung für die Menschen im Umkreis von 15 und mehr Kilometern ist auf dieser Grundlage nicht zulässig und unlauter. (Nur weil etwas messbar ist, ist es noch nicht schädlich. Genauso können in unserem Trinkwasser dank neuster Messtechniken auch winzigste Mengen an Pestiziden und anderen Schadstoffen festgestellt werden. Daraus ergeben sich jedoch noch keine negativen Wirkungen auf den Menschen.)

Die von ihnen geforderte Literaturliste mit nachprüfbaren Studien finden sie am Ende dieser Ausführungen. Zur weiteren Information und zur Beantwortung weiterer Fragen im Bezug auf Infraschall empfehlen wir diese Seite.

Auch unter den weiteren Argumenten auf Ihrer Homepage finden sich leider mehrere falsche bzw. verzerrte Darstellungen.

 

(Hinweis vom 15.11.2017: Wir haben uns entschieden den ehemals hier stehenden Absatz zu löschen, da die BI "Länge" mittlerweile Änderungen auf ihrer Homepage vorgenommen hat. Wir sehen darin ein positives Zeichen, hin zu einer Versachlichung der Debatte.)

 

Ein weiteres Ihrer Argumente zu Windkraftanlagen und Grundwassergefährdung lautet: „Da es keine gesetzliche Meldepflicht gibt, bleibt nur die Websuche nach Öl und Unfall und Windkraft. Diese ergibt für die letzten 15 Jahre 1180 Ereignisse, für Januar bis Juli 2017 278 Ereignisse. Auch hier gilt, ein Risiko auf Grund eines anderen Risikos zu rechtfertigen, ist unverantwortlich.“

Die Zahl der Google-Einträge mit der Anzahl von tatsächlichen Ölunfällen durch Windkraftanlagen (Ereignisse) gleichzusetzen mutet bizarr, wenn nicht haarsträubend an und entbehrt jedweder wissenschaftlichen Grundlage. Wir bitten Sie deshalb auf diese unhaltbaren Aussagen auf Ihrer Homepage zu verzichten.

Auch unter Ihren weiteren Argumenten finden sich viele Verallgemeinerungen und selektive Interpretationen der Sachlage, auf die wir aber hier nicht mehr im Detail eingehen möchten, weil es zu weit führt. Wir hoffen aber, dass Sie Ihre eigenen Argumente noch einmal prüfen und anpassen, um Ihren eigenen und auch unseren Ansprüchen an eine sachliche Auseinandersetzung auf einer wissenschaftlich nachprüfbare Grundlage gerecht zu werden.

Wir hoffen mit dieser Erwiderung zu mehr Klarheit in der Behandlung der Tatsachen unsererseits beigetragen zu haben und hoffen, dass sie sich diesen nicht verschließen. Ihrer Forderung nach einer ethischen Politik, nachhaltigem Wirtschaften und Verhaltensänderung in der Bevölkerung können wir uns nur anschließen. Wir empfehlen ihnen hierzu die Lektüre „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“.



Mit respektvollen Grüßen


Ulrike von Kutzleben-Hausen und Katharina Baudis


Regionalvorsitzende und Regionalgeschäftsführerin des BUND Schwarzwald-Baar-Heuberg


Neckarstraße 120

78056 VS-Schwenningen


07720-9955535

bund-rv-sbh@vodafone.de



Literaturliste:


LUBW (2016): Tieffrequente Geräusche inkl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen - Bericht über Ergebnisse des Messprojekts 2013-2015.


LUBW (2016): Windenergie und Infraschall - Tieffrequente Geräusche durch Windenergieanlagen.


Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: Faktenpapier Windenergie und Infraschall - Bürgerforum Energieland Hessen.


BUND und NABU (2014): Faktencheck Windenergie- Antworten von BUND und NABU auf häufige Einwände.


BUND und NABU (2017): Faktencheck Windenergie -Kurzfassung


BUND und NABU (2015): Praxisbeispiele Windenergie & Artenschutz -Erfolgreiche, Erfolg versprechende & innovative Ansätze


BUND und NABU (2013): Positionspapier von BUND und NABU -Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg


BUND und NABU (2017): Verteilnetzausbau -Konflikte und Lösungsansätze aus Naturschutzsicht


BUND und NABU (2014): Beteiligungsleitfaden Windenergie -Hinweise zu Beteiligungsmöglichkeiten von Verbänden in Verfahren zur Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen


BUND und NABU (2015): Zusammenfassung der „Hinweise zur Bewertung und Vermeidung von Beeinträchtigungen von Vogelarten bei Bauleitplanung und Genehmigung für Windenergieanlagen“(LUBW) von Dana Marquardt und Dr. Martin Köppel und „Bauleitplanung für Winden


LNV (2017): Faktencheck Windenergie und Energiewende -Argumentationshilfe für die LNV-Arbeitskreise


LNV (2017): Erwiderung des LNV auf den offenen Brief an den Vorstand des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg zum ,,Faktencheck Windenergie und Energiewende des LNV"

 

 

10. Oktober 2017

Stellungnahme des BUND Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg zur Windkraftnutzung im Schwarzwald-Baar-Kreis und allgemein 11.10.2017

Die Windkraftnutzung im Schwarzwald-Baar-Kreis hat in den letzten Wochen und Monaten viele Gemüter erhitzt. Leider sind in diesem Zusammenhang auch immer wieder verzerrte oder schlicht falsche Behauptungen zur Betroffenheit von Natur und Umwelt durch die Planungen gemacht worden. Wir möchten deshalb klarstellen, dass wir als Träger öffentlicher Belange keine schwerwiegenden Eingriffe in den Naturhaushalt und den Artenbestand sehen, die der Errichtung der Windkraftanlagen entgegen stehen. Der BUND lehnt einige mögliche Windkraftstandorte in Baden-Württemberg und deutschlandweit aus Gründen des Artenschutzes ab. Der Standort auf der Länge bei Hondingen gehört aber nicht dazu.

Um das hier deutlich zu machen: Wir schließen nicht aus, dass durch die Windkraftanlagen im Gewann „Länge“ vereinzelt Vögel und Fledermäuse zu Schaden kommen können, (das kann niemand!) aber wir wollen doch auf die Relation hinweisen. Nach Schätzungen des Michael-Otto-Instituts des Naturschutzbundes (NABU) tötet eine Windkraftanlage zwischen 1 und 5 Vögel pro Jahr, wobei durch eine kluge Standortwahl die Zahl verringert werden kann. Natürlich ist jeder getötete Vogel ein Verlust für die Art, aber an Glasscheiben, Freileitungen, durch Verkehr, illegale Jagd und wilde Katzen sowie durch Lebensraumzerstörung und Klimawandel sterben wesentlich mehr Vögel. An Glasscheiben zum Beispiel europaweit ca. 240.000 Vögel pro Tag, an Freileitungen mindestens 1-1,8 Millionen Vögel pro Jahr in Deutschland allein durch Kollision, Stromschlagopfer noch nicht mitgerechnet. Im Bahnverkehr sterben pro 100 Streckenkilometer jährlich 300 bis 6.100 Vögel. Zum Vogeltod im Straßenverkehr gibt es noch keine gesicherten Zahlen, aber jeder hat wohl schon die vielen toten Bussarde entlang unserer Autobahnen gesehen. Doch die größten Probleme für unsere Vögel sind der zunehmende Lebensraumverlust durch Flächenverbrauch, der Nahrungsverlust durch das Insektensterben und die Auswirkungen des Klimawandels. Wer sich wirksam im Vogelschutz engagieren möchte, sollte sich hier engagieren und nicht gegen Windräder.

Verwunderlich auch, dass das Thema Schall und insbesondere Infraschall durch Windkraftanlagen immer noch ein großes Thema ist. Ein sachlicher Blick auf die Relationen würde helfen. Ja, Windkraftanlagen erzeugen Infraschall, dieser ist jedoch in ca. 250 Metern Entfernung nicht mehr wahrnehmbar. Auch der hörbare Schall der Anlagen ist bei einem Abstand von ca. 700 m nicht mehr von den natürlichen Umgebungsgeräuschen zu unterscheiden. Es gibt in BW und auch im Schwarzwald-Baar-Kreis durchaus Orte, die mit echten Lärmproblemen zu kämpfen haben, z.B. entlang der A 81 oder in der Einflugschneise des Flughafen Zürich. Die Geräusche, die durch Windkraftanlagen emittiert werden, sind damit nicht zu vergleichen. Wir verweisen an dieser Stelle auch auf den informativen Wikipedia-Artikel zu diesem Thema.

Wir alle müssen uns endlich eingestehen, dass der Klimawandel real ist und dass wir unsere Energieversorgung nicht weiter auf Stein- und Braunkohle stützen können. Auch die Atomkraft mit ihren katastrophalen Unfällen und der ungelösten Entsorgung scheidet als Alternative aus. An regenerativen Energien führt also kein Weg vorbei. Der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) vertritt deshalb entschieden die Meinung, dass die Energiewende richtig und unausweichlich ist. Hierbei spielt die Windkraft eine entscheidende Rolle und stellt bereits heute den größten Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix dar. Die dringend notwendige Energiewende kann zusammen mit dem Solarenergieausbau nur mit dieser Technologie geschafft werden. Der Ausbau der Windenergie mit zusätzlichen Anlagen auch in unserer Region ist dafür unverzichtbar.

Natürlich muss auch zusätzlich weiter Energie eingespart und effizienter genutzt werden, doch die Anstrengungen auf diesem Gebiet können den Bau von Windkraftanlagen auch bei uns in der Region nicht ersetzen. Wir alle nutzen Energie für unser tägliches Leben, für unsere Geräte, unsere Häuser, unsere Arbeitsplätze. Auf der Baar steht kein Atomkraftwerk, kein Steinkohlekraftwerk, hier wird kein Uran und auch keine Braunkohle abgebaut. Wir genießen die Segnungen des modernen energieintensiven Lebens, aber alle negativen Aspekte der Energieerzeugung werden von uns ausgelagert in andere Regionen, Länder und Kontinente und von uns vergessen oder ignoriert.

Nahezu aller Strom, den wir hier verbrauchen, wird anderswo produziert. Zur Erzeugung tragen wir nichts bei, sondern konsumieren nur. Ist das fair? Sieht so die Solidargemeinschaft aus?

Wir meinen, dass sich das ändern muss. Die geplanten Windräder auf der Länge können bis zu einem Drittel der Haushalte im Schwarzwald-Baar-Kreis mit Strom versorgen. Das ist ein enormer Beitrag, der noch dazu von Bürgern finanziert wird und nicht von multinationalen Großkonzernen. Alle Windkraftgegner sollten sich genau überlegen, wem sie in die Hände spielen, wenn sie sich gegen die hiesige Nutzung der Windkraft positionieren.

Oft wird die „Verschandelung des Landschaftsbildes“ durch Windräder ins Feld geführt. Touristen könnten sich an den Anlagen stören. Doch warum sollten sich Touristen an Windrädern stören? Die Nordsee ist voll davon, trotzdem handelt es sich um eine der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands. Vielmehr zeigen diese Windräder doch: Unsere Region übernimmt Verantwortung für die Zukunft unseres Landes, leistet einen sichtbaren Beitrag zur Energiewende und setzt ein Zeichen gegen den Klimawandel. Wir sollten aufhören diese Windräder als Makel für unsere Region zu sehen, sondern als das, für das sie stehen, nämlich für eine bessere Zukunft für uns und die, die nach uns kommen.



Zum Artikel ,,Was die Parteien wollen" in der Südwestumschau am 24. Februar

Der äußerst ignorante Umgang der AfD mit Umweltthemen

Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass sich die AfD, die in den Landtag will und Verantwortung für die Zukunftsgestaltung unserer Welt mitübernehmen möchte, sich heute noch für die Atomkraft und deren verlängerte Energieerzeugung ausspricht.

Es ist nicht zu fassen, dass diese in Wahrheit superteure Energie, die für einen nicht vorstellbaren Zeitraum strahlenden, lebensfeindlichen und zerstörerischen Müll hinterlässt, heute noch ein politisches Konzept sein soll.

Und liest man noch genauer ins Wahlprogramm der AfD hinein, dann erfährt man, dass sogar der Klimakiller Nummer eins, die Braunkohle, die ach so „sicheren“ Atomkraftwerke ersetzen soll.
Wir stehen doch nicht mehr in den siebziger Jahren, als noch keine erneuerbaren Energien entwickelt waren, die umweltschonend und dazu wesentlich kostengünstiger Wind - und Sonnenkraft nützen können. Dass sogar  noch die Frage gestellt wird, ob CO2 überhaupt zur Klimaerwärmung beiträgt, zeugt von einem äußerst ignoranten  Umgang mit Umweltthemen.

Hat diese Partei denn überhaupt schon mal etwas von der Pariser Klimakonferenz und ihren Klimaschutzzielen gehört?


Offensichtlich geht es der AfD doch nur um populistische Flüchtlingshetze und in keiner Weise um tragfähige Konzepte für unseren Planeten. Und dies in Zeiten der Erderwärmung, die sich auch in diesem Winter nicht übersehen lässt.


Hoffentlich merken dies die Wähler noch vor dem 13. März.

 

Für den BUND Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg

Ulrike von Kutzleben-Hausen

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Zur Planung einer Südumfahrung in Niedereschach

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei.

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Bebauungsplan und örtliche Bauvorschriften „Steuerung von Tierhaltungsanlagen im Bereich der Ostbaar“

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei.

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Zum derzeitigen Planungsstand für ein Großgefängnis am Standort „Esch“ Stadt Rottweil

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei.

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Vom alten Bahnhof zu neuer Mobilität

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei.

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Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich „Prüf- und Technologiezentrum“, GVV Immendingen-Geisingen

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei

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Anschluss Industriegebiet Schwenningen-Ost an die B523

Bitte lesen Sie hierzu die folgende PDF-Datei

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Bebauungsplan Egert III / Teiländerung Egert II, Stand 24.07.2012 Offenlage

Um hierzu unsere Stellungnahme zu lesen, klicken Sie bitte HIER

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Ferkelzuchtbetrieb in Bad Dürrheim

Bitte klicken Sie zum Öffnen der PDF-Datei HIER

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Geplanter Neubau einer Justizvollzugsanstalt (JVA)

Lesen Sie hierzu die Stellungnahme des BUND an politisch Verantwortliche und an die Presse. Um die PDF-Datei anzusehen/herunterzuladen, klicken Sie bitte HIER

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Petition gegen die Massentierhaltung auf der Baar

Der BUND unterstützt die Petition gegen die Massentierhaltung auf der Baar.

Bitte lesen Sie dazu zuerst unsere Pressemitteilung vom 10.02.2012 HIER (PDF-Datei).

Von der Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung auf der Baar (BI) wurde eine öffentliche Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags gerichtet mit dem Ziel, dass der § 35 des Baugesetzbuchs dahingehend geändert wird, dass die Einflussnahme der Gemeinden bei Bauvorhaben im Außenbereich gestärkt wird. Bislang war dies nur äußerst eingeschränkt möglich, wenn das Bauvorhaben nach dem Immissionsschutzgesetz beurteilt werden musste.
Obwohl eine ähnliche Änderung im Mai 2010 bereits gescheitert ist, wurde die Petition angenommen und im Internet veröffentlicht. Wir haben Grund zu der Annahme, dass es diesmal ein Erfolg wird.

Die Petition ist nunmehr als „Online-Petition“ im Internet eingestellt worden. Um Erfolg zu haben, müssen möglichst viele Personen mitzeichnen. Hierfür steht ein Zeitraum von (nur) vier Wochen zur Verfügung. In diesem Fall endet die Frist am 14.02.2012.

Daten der Petition
Nummer: 21377
Titel: Baurecht - Keine Privilegierung von industriellen Massentierhaltungen im Außenbereich
Petent: Rainer Stolz
Internetadresse für die Online-Mitzeichnung:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=21377

Vorgehensweise für eine Mitzeichnung via Internet
Es muss zuerst ein Benutzerkonto erstellt werden, was relativ einfach gemacht werden kann:
Nach Aufruf der vorgenannten Internetadresse muss oben halb rechts das Wort registrieren angeklickt werden. Anschließend werden die erforderlichen Daten abgefragt. Per E-Mail wird dann ein Benutzername zugestellt (z. B. „Nutzer12345“). Diese E-Mail muss nun noch durch einfaches Anklicken an vorgegebener Stelle bestätigt werden. Jetzt kann man sich nach erneutem Aufrufen der Internetseite einloggen und die Petition über Anklicken des Wortes „Mitzeichner“ unterstützen.

Wer darf mitzeichen?
Jeder, der über eine E-Mail-Adresse verfügt und sich registriert, kann eine E-Petition mitzeichnen.

Was, wenn jemand keine E-Mail-Adresse hat oder diese nicht veröffentlichen will?
Es kann auch schriftlich mitgezeichnet werden, auf dem Postweg (Brief oder Fax). Anzugeben sind dabei Name, Anschrift, Namensunterschrift und die genaue Bezeichnung der zu unterstützenden Petition.
Ein Muster kann HIER als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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Mobilfunk-Situation in der Region

05.12.2009

Im Hinblick auf zur Zeit laufende und zunehmende Anfragen und Anträge für den Bau von Mobilfunksendemasten halten es die im Arbeitskreis des Landesnaturschutzverbands vertretenen Umweltverbände (BUND, NABU, Naturfreunde, Schwäbischer Albverein, Schwarzwaldverein, VCD u.a.) für notwendig, ein Konzept für eine geordnete Entwicklung zu erarbeiten , die eine potenzielle Gefährdung durch Mobilfunkstrahlung auf ein Minimum zurückführt. Insbesondere soll dadurch die Gesamtbelastung vermindert werden und übertriebene Ansprüchen auf perfekte Empfangsqualität in jeder Situation und an jedem Standort, auch in der tiefsten Tiefgarage begegnet werden.

In Villingen ist es teilweise gelungen, die Gesamtstrahlenbelastung durch Neubau und Optimierung von Sendeanlagen zu verringern, mit Ausnahmen in unmittelbarer Nähe des Hubenlochs (u. a. ein Spielplatz!). Durch den geplanten Mobilfunkmasten im Schwenninger Westen (Nähe Waldorfschule) wird dagegen nach unserer Kenntnis keine Minimierung der Gesamtbelastung in diesem Bereich erzielt. Es ergibt sich vielmehr eine im gesamten Bereich erhöhte Belastung,
teilweise über 1000 Mikrowatt/m² (sogenannte Leistungsflussdichte).
Aus dieser Beobachtung heraus formulieren die Umweltverbände folgende über die einzelnen Standorte hinausgehenden generellen Feststellungen und Forderungen:

  • Der offizielle Grenzwert von über 1 000 000 (!) Mikrowatt/m² ist erklärtermaßen nur auf thermische Effekte ausgerichtet, die tatsächlich von den vorhandenen Anlagen nicht zu befürchten sind. Entscheidend sind jedoch nach Ansicht aller Experten die biologischen Auswirkungen einer gepulsten elektromagnetischen Hochfrequenz – Strahlung, u. a. auf Gehirnströme, Nervenzellen und die Blut-Hirn-Schranke. Die Beeinträchtigung ist erklärbar insbesondere dadurch, dass die menschliche Zellkommunikation in einem ähnlichen Frequenzbereich stattfindet. Bei Tierversuchen wurden biologische Auswirkungen in Bereichen weit unterhalb der offizielen Grenzwerte und Vorsorgewerte fetgestellt
  • Eine Leistungsflussdichte von weniger als 0,1 Mikrowatt/m² reicht dür das Funktionieren von Handys aus. Demnach sollte bei fortschreitender und optimierter Technik zunächst ein Richtwert von 500 Mikrowatt/m² Maximalbelastung in Wohngebieten angestrebt werden, mittelfristig 100 Mikrowatt/m² und längerfristig eine Obergrenze von 1 Mikrowatt/m². Damit würde die eigentliche Funktion des Mobilfunks nicht in Frage gestellt werden. In bestimmten Bereichen kann auf Wunsch und Bedarf Möbilfunkstrahlung verstärkt werden, was technisch möglich ist, ohne dadurch die Gesamtbevölkerung zu belasten
  • Der Konflikt zwischen dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und Mobilfunk-Versorgungssicherheit muss entschärft werden durch seriöse Vorsorgewerte (500 > 100 >1 Mikrowatt/m²), die eine übermäßige Belastung schrittweise verringern
  • Es ist nicht hinnehmbar, dass in der Mobilfunkproblematik nur sehr geringe Beteiligungsmöglichkeiten für den Gemeinderat, die Verwaltung und die betroffenen Bürger gegeben sind. Für die Umweltverbände erweist sich die Versteigerung der Mobilfunklizenzen ohne die notwendigen rechtlichen und ökologischen Auflagen als verhängnisvoll. Dieser Mangel muß aus Vorsorgegründen besonders auch für die jüngere Generation von den politisch Verantworlichen in unserem Land nachgebessert werden

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Freiburger Resolution - Welche Zukunftsperspektiven haben unsere Landwirtschaft und Kulturlandschaft in den Mittelgebirgen?

11.11.2009

Acht südwestdeutsche Naturschutzverbände sorgen sich um die Zukunft der bäuerlichen Betriebe, die Qualität der Nahrungsmittel, die Schönheit der Landschaft und den Erhalt der Biodiversität. In der „Freiburger Resolution“ vom 11.11.2009 stellen sie am Beispiel des Schwarzwaldes folgende Forderungen auf:

  • Die Wiesen und Weiden der Mittelgebirge wie etwa des Schwarzwaldes müssen weiterhin einer Nutzung unterliegen. Sie prägen die Landschaft, sind Lebensräume gefährdeter Pflanzen und Tierarten, und verdienen daher besonderen Schutz und Pflege
  • Wir fordern eine Abkehr von der bisherigen Landwirtschaftspolitik einer einseitigen Produktionsoptimierung mit dem Ziel der Gewinnoptimierung. Diese führt zu Intensivierung der Produktion bis hin zur Überproduktion, qualitativ schlechteren Nahrungsmitteln, Umweltbelastungen durch Überdüngung und Emissionen und einem Verlust von bäuerlicher Vielfalt und Kultur
  • Wir fordern eine Produktion in Anlehnung an das europäische Agrarmodell der multifunktionellen Landwirtschaft. Leistungen der Grünlandbewirtschaftung, die über Milch- und Fleischerlöse nicht abgegolten werden, müssen angemessen honoriert werden!
  • Bäuerliche Familienbetriebe müssen wirtschaftlich in ihrem Überleben gesichert werden. Höfe mit extensiver Nutzung, mit Flächen in Steillagen, naturschutzfachlich wertvollen Lebensräumen sowie alte Tierrassen sind daher durch Ausgleichszahlungen und Investitionshilfen zu fördern, um Eigenart und Schönheit der Landschaft zu erhalten. Die Erhaltung der Wiesen und Weiden muss zusammen mit den Bäuerinnen und Bauern erfolgen
  • In der Landwirtschaft sollen auch Nutzungssysteme tragbar sein, welche auch das Heu von artenreichen Magerwiesen verwerten können. Der immer größere Anteil von Kraftfutter in den Futterrationen der Hochleistungskühe und Mastrinder entkoppelt regionale Kreisläufe, führt zur Nutzungsaufgabe von Grünlandflächen und zur Intensivierung von Ackerflächen. Kraftfutterimporte aus Übersee führen auch zu Flächenkonkurrenz mit den Kleinbauern wie zur Vernichtung von Urwald. Damit werden Kleinbauern in der so genannten "Dritten Welt" ebenso in ihrer Existenz bedroht wie die Bauern im Schwarzwald
  • Der ländliche Raum muss ganzheitlich als Lebensraum erhalten und entwickelt werden

Bezüglich der kommenden Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU im Jahr 2014 ist ein Paradigmenwechsel anzustreben. Wir fordern eine Abkehr von der Förderung einer immer intensiver wirtschaftenden, spezialisierten, von den natürlichen Kreisläufen entkoppelten Landwirtschaft mit immer weniger Höfen.

  • Der Umbau der heutigen „Milchquoten“ zu „Flächenprämien“ im Jahr 2013 GAP ist an nachhaltige Umwelt- und Ressourcenschonung zu orientieren, und nicht flächenpauschal zu zahlen
  • Die Entwicklung des Ländlichen Raumes über die 2. Säule muss gestärkt werden. Die multifunktionale Rolle der europäischen Landwirtschaft ist über die Ausgleichszulage Berggebiet, die Agrarumweltprogramme wie MEKA, sowie Investitionsförderung zu unterstützen
  • Angesichts der begonnenen Klimaveränderung muss eine klimaschonende Landwirtschaft gefördert werden, wobei dem Grünland eine besondere Rolle zufällt

Freiburg, 11.11.2009

  • ARGE Landnutzung Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV)
  • Badischer Landesverein für Naturkunde und Naturfreunde Baden
  • Naturschutz (BLNN) Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg
  • BUND Baden-Württemberg
  • Schwarzwaldverein
  • Forum pro Schwarzwaldbauern

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Flächenverbrauch

16.12.2008

Der Flächenverbrauch schreitet weiter voran und verwandelt gewachsene Kulturlandschaft in Wohn-, Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsgebiete, obwohl wirtschaftliche, verkehrliche und demographische Faktoren diese Entwicklung nicht erzwingen.
Alle verantwortlichen Gremien in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich gegen einen zunehmenden Flächenverbrauch ausgesprochen, - bisher ohne Erfolg, da viele Kommunen weiterhin ihre Planungshoheit interpretieren als Recht zur Neuausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten.

Für den BUND steht der Flächenverbrauch nicht mehr zur freien Entscheidung; er muss vermindert werden bis hin zu einer ausgeglichenen Flächenbilanz aus folgenden Gründen:

  • Die Infrastruktur für Bauen im Außenbereich ist besonders teuer
  • Das Baugesetzbuch setzt Binnenentwicklung vor Außenentwicklung
  • Das Regierungspräsidium fordert Flächensparen
  • Kapazitäten für eine sinnvolle Binnenentwicklung sind genügend vorhanden: Gute Beispiele sind die Konversion von Kasernengelände (z. B. Welvert in Villingen) und von Industriebrachen (z. B. Jäckleareal in Schwenningen).
  • Die demographische Entwicklung spricht gegen Neubaugebiete
  • Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Landschaft stehen unter gesetzlichem Schutz
  • Intakte Natur und Umwelt sind schon heute entscheidende Standortfaktoren und werden es in einer auf Lebensqualität orientierten Zukunft noch mehr sein

Der BUND lehnt unter diesen Gesichtspunkten besonders die folgenden großflächigen Bauvorhaben ab:

  • Großflächige Photovoltaik Anlagen in der freien Landschaft, solange noch ausreichend Flächen zur Verfügung stehen an Gebäuden, Lärmschutzwänden, auf Parkplatz- und Deponieüberdachungen und anderen vorbelasteten Flächen
  • Weitere Ausweisung von Gewerbegebieten im Außenbereich mit Ausnahme von Abrundungen und Lückenschlüssen
  • Baugebiet „Glöckenberg“ in Weilersbach, wo alle vorher genannten Argumente zutreffen und sogar die Fachplaner den Standort als ungünstig eingestuft haben.

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Entsorgungsnachweis Opalinuston im Züricher Weinland Standortsuche für ein Endlager für radioaktive Abfälle

03.12.2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Arbeitskreis Schwarzwald-Baar gibt im Rahmen der öffentlichen Auflage zu o. g. Verfahren folgende Stellungnahme ab:

Unter Berücksichtigung des bisherigen Verfahrens und der uns bekannten Unterlagen lehnen wir ein atomares Endlager im Züricher Weinland ab.
Eine Fokkussierung der weiteren Standortuntersuchungen auf die Region unmittelbar an der deutschen Grenze ist für uns nicht akzeptabel.
Wir fordern, dass auch andere potenziell geeignete geologischen Formationen in der Schweiz mit der gleichen Intensität wie der Opalinuston untersucht werden.
Sollte kein Standort gefunden werden, der internationalen Sicherheitsstandards entspricht halten wir es für notwendig, dass internationale Lösungen angestrebt werden.

Zahlreiche offene Fragen in Zusammenhang mit der Sicherheit der geplanten Anlage sind noch ungeklärt. Aus diesem Grund halten wir die Voraussetzungen zur Erteilung eines Entsorgungsnachweises für nicht gegeben. Nach unseren Kentnissen ist unter Berücksichtigung des Schweizer Atomenergiegesetzes keine Eile geboten.
Offene Fragen zur Gasmigration, zur Auswirkung von entstehenden Gasen, zur geplanten Betonitverfüllung und den Endlagerbehältern lassen unserer Meinung nach die Erteilung eines Entsorgungsnachweises nicht zu.

Wir weisen darauf hin, dass ein Endlager in unmittelbarer Nähe des Rheins ein zusätzliches Gefahrenpotential für die Trinkwasserversorgung von vielen Millionen Menschen darstellt.

Wir teilen die Bedenken der Bürger, die aus Quellen am Rhein ihr Trinkwasser erhalten.

Mehrere Erdbeben, die auch in unserer Region die Bürger erschreckt haben, stellen den Standort „Züricher Weinland“ ernsthaft in Frage. Es ist nicht nachvollziehbar, dass dies laut Aussage der NAGRA keine Gefährdung darstellt.

Atomare Strahlung macht nicht vor Ländergrenzen halt. Wir fordern die Beteiligung der deutschen Seite an o. g. Verfahren, die wie vom Landkreis Schwarzwald–Baar gefordert in einem Staatsvertrag festgelegt werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Schick, Vorstand

Weitere Informationen und aktuelle Entwicklungen in Sachen Atommüllendlager Benken auf der Homepage unseres BUND Regionalverbands südlicher Oberrhein in Freiburg: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/atommuell-endlager-info.html


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