16.12.2008
Der Flächenverbrauch schreitet weiter voran und verwandelt gewachsene Kulturlandschaft in Wohn-, Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsgebiete, obwohl wirtschaftliche, verkehrliche und demographische Faktoren diese Entwicklung nicht erzwingen.
Alle verantwortlichen Gremien in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich gegen einen zunehmenden Flächenverbrauch ausgesprochen, - bisher ohne Erfolg, da viele Kommunen weiterhin ihre Planungshoheit interpretieren als Recht zur Neuausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten.
Für den BUND steht der Flächenverbrauch nicht mehr zur freien Entscheidung; er muss vermindert werden bis hin zu einer ausgeglichenen Flächenbilanz aus folgenden Gründen:
- Die Infrastruktur für Bauen im Außenbereich ist besonders teuer
- Das Baugesetzbuch setzt Binnenentwicklung vor Außenentwicklung
- Das Regierungspräsidium fordert Flächensparen
- Kapazitäten für eine sinnvolle Binnenentwicklung sind genügend vorhanden: Gute Beispiele sind die Konversion von Kasernengelände (z. B. Welvert in Villingen) und von Industriebrachen (z. B. Jäckleareal in Schwenningen).
- Die demographische Entwicklung spricht gegen Neubaugebiete
- Eigenart, Vielfalt und Schönheit der Landschaft stehen unter gesetzlichem Schutz
- Intakte Natur und Umwelt sind schon heute entscheidende Standortfaktoren und werden es in einer auf Lebensqualität orientierten Zukunft noch mehr sein
Der BUND lehnt unter diesen Gesichtspunkten besonders die folgenden großflächigen Bauvorhaben ab:
- Großflächige Photovoltaik Anlagen in der freien Landschaft, solange noch ausreichend Flächen zur Verfügung stehen an Gebäuden, Lärmschutzwänden, auf Parkplatz- und Deponieüberdachungen und anderen vorbelasteten Flächen
- Weitere Ausweisung von Gewerbegebieten im Außenbereich mit Ausnahme von Abrundungen und Lückenschlüssen
- Baugebiet „Glöckenberg“ in Weilersbach, wo alle vorher genannten Argumente zutreffen und sogar die Fachplaner den Standort als ungünstig eingestuft haben.